CD-Rezension: November's Fall – CARAVAN TO NOWHERE

Wo ist er nur, der rote Faden?

CD-Rezension: November's Fall – CARAVAN TO NOWHERE

Emergenza Festival 01/25/2013 Musicreview

Ein Kuttenträger führt ein Kamel zur Sonne. Was dieses CD Cover aussagen soll, da können Lukas (voc/git/keys), Gabriel (git), Jonas (keys, voc, git), Johannes (bass,voc) und Samuel (drums) von NOVEMBER'S FALL nach fünf Songs selbst keine eindeutige Antwort geben.

Der erste Song „White November“ erinnert sofort an Bands wie The Kooks, The Strokes und ein bisschen Matchbox Twenty. Ein Song, der gute Laune vermittelt mit seinem trockenen, aufgeräumten Sound und der rauhen Stimme von Lukas, die den Hörer in den Bann zieht. Der Folgetrack „Among Stars“ ist vom Stil ähnlich und erzeugt eine herrlich dunkle Stimmung mithilfe einer schönen Melodie Gitarre und ist das Highlight der EP. 

In „Stone“ begleiten nur Gitarre und Stimme den Hörer durch die erste Hälfte des Songs, bis das Schlagzeug ganz unverhofft in einem gefühlt komplett anderen Rhythmus einsteigt und für einen kurzen Schreckmoment sorgt. Das Lied fängt sich kurz darauf wieder und überrascht anschließend erneut mit einem härteren Zwischenspiel. Anstatt dann das Gas endlich vollkommen durchzudrücken entscheidet sich die Band die Energie herunterzufahren und den Song zu beenden. 

Doch mit „Where It Ends“ schlagen die Jungs plötzlich ganz andere Töne an - nach einem gesprochenen Intro brettert eine Ladung Hardrock à la Van Halen / Def Leppard durch die Speaker. Der ganze Song wirkt ziemlich unfertig und unsortiert und hinterlässt einen komischen Beigeschmack bei einer bis dato ziemlich soliden Leistung.

Um den Eindruck zu stärken, der vorherige Track sei aus Versehen auf der CD gelandet, schließt die Band die EP mit der erneuten ruhigen Nummer „Winter“. Dessen wundervolle Gitarrensounds und die tolle Stimme von Lukas werden allerdings jäh durch den untighten Einstieg des Schlagzeugs gestört. Es dauert ziemlich lange, bis die Band auf den Zählzeiten wieder zueinander findet und der Song wieder seine verzaubernde Wirkung entfalten kann. Das Zusammenspiel entpuppt sich immer wieder als eine der großen Baustellen der Band.

Schlussendlich sollte sich die Band in der Zukunft eher am Indie-Rock der ersten beiden Tracks orientieren und darf gerne die ruhige Seite mit einbeziehen, Ausflüge in härtere Gefilde wirken doch eher befremdlich. 

PV - 5/10 Punkte

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